Sie sind hier: Warum Tragen  

GUTE GRÜNDE FÜRS TRAGEN
 

1. Menschen sind Traglinge

Es gibt verschiedene Arten von S?getieren. Biologen unterscheiden die Jungen nach verschiedenen Kriterien und so entstand eine Einteilung in:
- Nesthocker : Diese Tiere sind unfertig wenn sie geboren werden, verharren im Nest und warten auf Mutter oder Vater um mit Nahrung versorgt zu werden. Ein weiteres Kriterium ist, dass die Muttermilch dieser Tiere sehr lange satt macht. -
Nestfl?hter: Diese Tiere kommen als Minaturausgabe ihrer Eltern zur Welt, die Muttermilch ist weniger s?tigend, sie folgen ihrer Mutter - Traglinge: dazu geh?en alle Beuteltiere und auch unsere n?hsten Verwandten die Menschenaffen
In dieser Kategorie l?t sich zwischen aktiven und passiven Traglingen, zudem wir Menschen geh?en, unterscheiden.
Unsere Babys bringen eine Reihe von Reflexen auf diese Welt mit. Reflexe die darauf hinweisen, dass unsere Kinder einmal aktive Traglinge waren und die auch jetzt noch aktiv beim Tragen helfen. Unsere Babys sind zwar nicht in der Lage sich selbst an unserem K?per festzuhalten, diese F?igkeit haben wir im Laufe unserer Entwicklung verloren, auch haben wir leider keinen Beutel in den unsere Kinder fl?hten k?nen, aber Hilfsmittel erm?lichen uns das gesunde Tragen unserer ?ungen? Babys verf?en ?er einen Klammerreflex, der so stark ist, dass ein Baby an einer W?cheleine ??gen kann. Schon bei der Geburt verf?en Menschen ?er einen sehr guten Gleichgewichtssinn so kann sich das Kind sehr gut den Bewegungen beim Aufnehmen und Ablegen und beim Getragen werden anpassen. Babys verf?en ?er einen Lagereflex der Ihnen hilft, ihre Lage entsprechend der Art wie sie gehalten werden zu ?dern. In R?kenlage, oftmals auch wenn sich die Bezugsperson n?ert, nehmen Babys die typische Anhock-Spreizhaltung der Beine an, die genau auf das Tragen auf der H?te ausgerichtet ist. Babys sind neben Traglingen auch noch physiologische Fr?geburten.
Dieses zu fr? geboren werden, l?st sich durch unseren aufrechten Gang erkl?en. Dieser aufrechte Gang f?rte dazu, dass das Becken der Frau schm?er wurde. Unser Kopf allerdings wurde, mit Wachstum unseres Gehirns, immer gr?er so ist es unm?lich reif geboren zu werden. So kamen Soziologen zu dem Begriff ?ozialer Uterus der nichts anderes meint als, auf dem Bauch der Mutter weitere 9 Monate zu reifen. Aus dem Bauch Auf den Bauch geboren werden ist hier eine h?fig angewandte Redewendung. Kinder brauchen Unterst?zung, eine Vorbereitung auf Ihre soziale Geburt, und dies geschieht am Besten in Ihren Armen! So k?nte man auch sagen: Wir Menschen sind zu fr? geborene Nestfl?hter. Schaut man sich ein neun Monate altes Baby an so hat das schon mehr ?hnlichkeit mit einem Nestfl?hter als ein Neugeborenes. Es kann aktiv Nahrung zu seinem Mund f?ren, aktiv zur Brust der Mutter krabbeln, Alles deutet also daraufhin, dass unsere Babys Traglinge und keine Lieglinge, schon gar keine Wegleglinge sind. Unsere Babys m?lichst viel zu tragen und sie somit in ihrer Entwicklung bestm?lichst zu f?dern, hilft ihnen zufriedener und ausgeglichener zu sein. Dies wiederum macht auch uns Eltern gl?klich und erf?lt uns.

2. Die Natur hat uns aufs Tragen vorbereitet

Wenn man sich ein Baby vorstellt, liegend am R?ken dann hat man das Bild eines kleinen S?glings der seine Beine leicht anhockt. Die Arme des Babys sind oft seitlich des Rumpfes , in Brusth?e, beschreiben einen Halbkreis und erscheinen somit den Erwachsenen umarmen zu wollen. Tr?t man ein Baby, so versucht es sich festzuklammern, viele Kinder schaffen es im Alter von wenigen Monaten auch tats?hlich mit Hilfe ihrer Beine und Arme so zu klammern, dass sie nicht fallen nat?lich soll das keine Aufforderung sein das zu versuchen  Die H?de des Babys sind meistens zu einer Faust geschlossen, ber?rt man sie ?fnen sie sich. Greifreflexe sowohl an den H?den, als auch an den F?sen sind gut ausgebildet und lassen sich durch Ber?rungen der Handfl?hen bzw. Fu?sohlen leicht ausl?en. Vergleiche der Masse des weiblichen Beckens mit der Anhock-Spreizhaltung des S?glings ergaben das diese wie der sprichw?tliche Deckel auf den Topf passen. Was k?nte mehr daf? sprechen dass wir unsere Babys aufrecht angehockt, gut festgebunden auf unserer H?te tragen sollten? Manche Menschen haben Bedenken ob das Tragen nicht dem Baby schaden k?nte, oftmals h?t man Empfehlungen das Baby nicht aufrecht zu tragen, oft bin ich, in meiner T?igkeit als Trageberaterin, mit verunsicherten Eltern konfrontiert die Angst haben ihrem Kind zu schaden. Der Fehler liegt hier darin, dass man die Wirbels?le eines Babys mit der eines erwachsenen Menschen vergleicht. Ich w?de mich nicht wohlf?len wenn ich getragen werden w?de, bin aber diesem Alter schon entwachsen. Unsere Babys haben einen runden R?ken wenn sie zur Welt kommen (Totalkyphose). Diesen ben?igen sie um Platz im Mutterleib zu haben. Langsam entwickelt sich die Wirbels?le zu der S Form eines Erwachsenen. Dieser Prozess beginnt im Bereich der Halswirbels?le (Halslordose). Das Kind beginnt seinen Kopf zu heben, eine Zeit lang zu halten und geht schliesslich in den Oberarmst?z, mit dem aufrechten Sitzen entsteht eine neue Kr?mung (Brustkyphose) und das Kind steht schlie?lich auf und geht frei (Lendenlordose). Schl?t das Kind ein, erschlaffen die Muskeln und das Kind wird wieder rund. Ein gutes, straff sitzendes Tragetuch oder eine gute Tragehilfe unterst?zen diese Entwicklung. Zus?zlich wird durch die korrekte Haltung der Beine, die man sich wie ein M vorstellen kann darauf wird sp?er genauer eingegangen- die Reifung der H?tgelenke gef?dert.  

3. Tragen für eine gesunde Entwicklung

Stellt man sich den Übergang aus dem Bauch der Mutter in das Leben vor, leuchtet einem ein, dass dies wohl sehr beunruhigend für ein Baby sein muss. Im Bauch herrschte Sicherheit und Geborgenheit, es gab keine offenen Wünsche, keine Einsamkeit, keinen Hunger. Die Bewegungen der Mutter waren angenehmes Schaukeln, die Mutter war allgegenw?tig. Alles war voller Leben und Ger?sche, was also k?nte sich ein kleines Menschenkind mehr w?schen als diesen Zustand zu verl?gern? Tragen setzt den Zustand vor der Geburt fort. Getragene Babys entwickeln weniger Unruhezustände, leiden seltener bzw. weniger heftig unter Bauchschmerzen. Könnte ihr Kind in diesem Alter schon sprechen dann w?de es sagen: ?lles ist gut denn ich bin bei Dir! Du tr?st mich und nimmst mir meine Unsicherheit, ich vertraue auf Dich! Auch der körperliche Aspekt muss hier Erw?nung finden. Babys schlafen h?fig im Tragetuch rasch ein, und schlafen dann besonders lange. Dies mag zum einen an der beruhigenden N?e der Mutter liegen, zum anderen aber auch daran, dass sie beim Tragen nicht passiv sind. Die Nerven der Haut, der Muskeln und Gelenke werden angeregt. Der Gleichgewichtssinn wird trainiert und das Baby versucht sich aktiv den Bewegungen der Mutter anzupassen. Ihrem Entwicklungsstand entsprechend werden sie gef?dert, und genauso wie sp?er Spielen, Klettern und Toben m?e macht, macht Tragen kleine Babys m?e. Durch die Bewegungen der Mutter werden schlafenden Babys dazu veranlasst, ab und zu, besonders tief durchzuatmen. Dies tut dem ganzen Körper gut! Durch dieses verstärkte Atmen erhält auch das Gehirn extra Sauerstoff. Dies und auch die ganze Situation des Getragenwerdens, in der das Baby mit allen Sinnen seine Umwelt sehr intensiv wahrnehmen und kennenlernen kann auch einen Blick in die Erwachsenenwelt erh?t , f?dert in einem betr?htlichen Ausma? sowohl die geistige als auch die intellektuelle Entwicklung. Wie auf der vorhergehenden Seite beschrieben, ist das korrekte Tragen sehr wichtig für die gesunde Hüftenwicklung. Ist das Baby korrekt angehockt, in der sogenannten Anhock-Spreizhaltung, mit einer leichten Abspreizung von etwa 45 Grad-beim Neugeborenen reichen auch 30 Grad, und einer Anhockung von etwa 100-110 Grad trifft der Oberschenkelkopf genau an der richtigen Stelle in die H?tgelenkspfanne und sorgt f? eine gute Ausbildung dieses Gelenks. Bei Völkern, die ihre Babys auf diese Art und Weise ganz selbstverst?dlich tragen sind H?tgelenksverformungen bzw Verzögerungen in der Hüftentwicklung so gut wie unbekannt.

4. Ist das nicht zuviel Nähe?

Oft werden Eltern mit Bedenken anderer konfrontiert:
Du verw?nst Dein Kind zu sehr durch dieses ewige Herumtragen dies ist wohl der h?figste Vorwurf. Schon immer konnte ich mit dem Wort verw?nen in diesem Zusammenhang schlecht umgehen. Die einfachste Antwort w?e: ?a das mach ich auch gerne aber damit r?mt man nicht mit Vorurteilen auf. Schauen wir uns die Mutter-Kind Beziehung an m?sen wir feststellen, dass mit der Emanzipation der Freiheits- und Unabh?gigkeitsdrang sehr gestiegen ist, und das eine enge Beziehung zu seinem Baby oft als belastend angesehen wird. Der Schl?sel dies zuzulassen liegt wohl auch darin sich selbst einzugestehen, dass man genauso wie das Baby davon profitiert sich auf diese, v?lig neue Art, der gegenseitigen Abh?gigkeit einzulassen. Gegenseitig deswegen weil auch unsere Kinder uns etwas geben. W?me, Liebe und Vertrauen, der kleine Kopf der sich an unsere Schulter lehnt, die kleinen Arme die zu uns hochgestreckt werden um aufgenommen zu werden, So sollte man mit weniger Angst und Bedenken, sondern mit einer Zuversicht, dass man das Richtige tut tragen! Sie werden es genie?en, ihr Kind wird es genie?en, und sie beide werden im Endeffekt sehr viel aus dieser kurzen Zeit mit nehmen. Schon nach wenigen Monaten wird Ihnen Ihr Kind zeigen dass es nicht mehr ausschlie?lich getragen werden m?hte, dass auch mal andere Menschen interessanter sind als Sie. Getragene Babys sind selbstbewusste Babys! Getragene Babys sind gl?kliche Babys! Aber auch Ihnen kann das Tragen eine neue Art des (Selbst) Bewusstseins bringen!