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Unser Weg zum Tragen

 

Die Entscheidung zu tragen war nicht von heute auf morgen geboren, vielmehr war es eine lange Entwicklung.
Unser erstes Kind kam 2001 zur Welt. Ausser Tragetücher gab es die üblichen Bauchtragen. So eine sollte es letztendlich sein die uns das Tragen kräftigst verdorben hat. Tragen tat weh, auf unseren Schultern, unbequem fürs Kind sah es zudem auch aus. Wir schoben unser erstes Kind also, mit einem tollen Kinderwagen, ins Leben. Auch er ist ein glückliches und ausgeglichenes Kind und doch, könnten wir die Zeit zurückdrehen, würden wir gerne auch eine Trageverbindung mit ihm haben.

Unser zweiter Sohn, geboren 2005, erschrie sich seinen Platz sehr früh. Schon im Krankenhaus war ein Weglegen unmöglich und so kamen wir, wie viele Eltern, über ein sogenanntes Schreibaby zum Tragen. Ein gewebtes Tragetuch von nicht besonders hochwertiger Qualität erleichterte uns unser Leben ungemein und bald war es, völlig ungeplant, soweit gekommen, daß der Kinderwagen still stand.
Im Laufe der Zeit erstanden wir noch zwei weitere, elastische bzw Jersey, Tragetücher. So begann also unsere Tragekarriere mehr erzwungen durch einen kleinen Mann der sich seine Rechte mit lautstarker Stimme nicht nehmen ließ.
Als unser Sohn 14 Monate alt war wurde er langsam zu schwer für das elastische Tuch und immer öfter fand der Kinderwagen Anwendung, mittlerweile auch von ihm mehr toleriert. Außerdem entdeckte er mittlerweile die Welt auch auf seinen eigenen Beinen.
Heute wissen wir, daß ein gewebtes Tuch uns länger am Tragen festhalten hätte lassen.

In der Schwangerschaft mit unserem dritten Kind war uns klar, daß wir wieder tragen werden. In welchem Ausmaß ließen wir uns offen.
Unsere Tochter wurde schliesslich Anfang Juni 2008 geboren und wurde "aus mir auf mich" geboren. Sie zog aus meinem Bauch aus und ins Tragetuch ein und je länger ich sie trug umso fremder erschien mir unser Kinderwagen.
Wir waren unzertrennlich, und blieben es bis sie 10 Monate alt war. Dann fing sie an zu gehen und seitdem geht sie kleine Strecken selbst und wird den Rest getragen.

Unsere Tragegeschichte setzt sich täglich fort, wir tragen gerne und viel und auch unser nächstes Kind wird sicher "ins Leben getragen".